Die Top 3 dummen Sprüche von Outdoor Enthusiasten:

1. „Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Ausrüstung“

2. „Man muss auch bei Dauerregen und Kälte Freude am Outdoor Leben haben“

3. „Outdoor macht auch ohne Lagerfeuer Spaß“

Zwei dieser Sprüche habe ich schon selber oft genug vom Stapel gelassen und auch fest daran geglaubt bzw. tue es tief im Herzen immer noch. Sitzt man allerdings in feuchten Klamotten bei ungemütlichen Temperaturen unter dem Tarp an welchem der Wind zerrt und der Regen einschlägt hilft dir das blöde Geschwätz einfach nicht weiter. Du denkst dir einfach nur:  „Wieso tu ich mir diesen Outdoor Mist eigentlich jedes Jahr an?“

Packrafting Rostueatnu Anreise 4

Noch haben wir gut lachen

Packrafting Tour 2018 Informationen:

  • Packrafting Route: Streckenbeschreibung vom Fluss Råstoätno / Rostueatnu
  • Gestartet sind wir am See Vutnoejarvi dort hat uns ein Helikopter abgesetzt. Anschließend sind wir den gesamten Fluß Råstoätno hinunter zu paddelt. Der Råstoätno mündet in den Fluss Lainioälven. Vom Helikopter wurden wir dann dort wieder abgeholt. Für den Fluß findet man zwei Namen. Die einen nennen ihn Råstoätno wieder andere nennen ihn Rostueatnu. Die gesamte Paddelstrecke betrug ca. 60 Kilometer und wir haben diese Strecke in 3 Paddel- Tagen abgefrühstückt. An den restlichen Tagen konnten bzw. wollten wir nicht ins Boot steigen.
  • Landschaft / Umgebung: Schwedisch Lappland. Fjäll. Tundra und Taiga. Das ist dort wo teilweise keine Bäume mehr wachsen, sondern umso mehr Mücken rumschwirren (im Normalfall)
  • Wer: Holger und Jens
  • Unterwegs mit: Zwei MRS Packrafts Modell Alligator 2S (siehe: Packraft Test Praxis - Alligator 2S von MRS)
  • Zeitraum: 9 Tage (inklusive An- und Abreise von / bis München und Zürich)

Video Tagebuch (VLog)

Es gibt ein Video Tagebuch zu dieser Packrafting Tour im hohen Norden. Dort finden sich Kommentare zu den einzelnen Tagen, Lebensweisheiten und sonstige geistige Ergüsse welche uns in dem Moment in den Sinn gekommen sind.

 

Video Packrafting Tagebuch zur Tour

 

Anreise per Linienflieger und Helikopter (Tag 1)

Der Outdoor Trip fängt immer dann an, wenn man verlassen wird. So auch im Jahr 2018. Der Hubschrauber welcher uns von Kiruna zum Startpunkt von unserm Packrafting Trip geflogen hat hebt ab, und ist nach 2 Minuten am Horizont verschwunden. Tja und dann steht man da, mitten im baumlosen Fjell. Dabei sind die Packsäcken in welchem die Packrafts, die restliche Ausrüstung und der Proviant verstaut ist. Das fühlt sich jedes Mal ziemlich intensiv an, denn so weit im Norden ist das echt eine abgelegene und einsame Ecke. Eine komplette Woche ohne Zivilisations- Lärm das ist schlicht sensationell. Es hat auch 5 Tage gedauert bis wir zum ersten Mal andere Menschen gesehen haben. Das die Packrafting Tour 2018 aber nicht ganz so entspannt war wie die Touren der vergangen Jahre lag an den beschissene (Wetter-) Bedingungen.

 

Was war los mit dem Wetter 2018 in Schweden?

Im Sommer 2018 gab es in Schweden die schlimmste Hitzewelle seit der Wetteraufzeichnung. Kein Regen und Sonne pur über Monate. Der gemeine Ballermann- Bierbauch- Träger mag jetzt denken das dies doch sicherlich wahnsinnig geil ist... War es aber nicht. Die Trockenheit sorgte für mehrere hunderte Waldbrände und in der Folge auch für ein totales Feuerverbot in ganz Schweden. Selbst teilweise sicherer Gas Camping Kocher durften nicht mehr verwendet werden und selbst grillen im Garten war verboten. Dies hat natürlich auch jeden Outdoorler betroffen welcher in der betreffenden Zeit seinen Urlaub in Schweden machen wollten. Hier mal ein Link zum entsprechenden Foren Thread auf Outdoorseiten: Diskussion und Informationen zu Waldbrand Situation auf Outdoorseiten.net (externer Link).

In der Folge waren viele Bäche ausgetrocknet wo man sich normalerweise mit Trinkwasser versorgen konnten. Und logischerweise war der Wasserstand in den Wasserläufen so niedrig das nicht immer klar war das man genug Tiefgang für Packraft und Kanu hatte. Ein paar Tage vor unsere Anreise kann dann der Wetter Umschwung zumindest in Norbotten unserm Zielgebiet in Schweden. Es zogen Wolken mit etwas Regen auf. Dies hatte zur Folge das:

  1. Es uns zwar wieder erlaubt gewesen ist am offen Feuer zu kochen und zu sitzen…. Allerdings braucht man dafür Holz und das gab es im oberen Verlauf von unserem Fluss nicht.
  2. Wir hatten dauerhaft eine Wolkendecke über uns. Sehr häufig waren das auch Regenwolken. Die Sonne selber haben wir in diesen Tagen so gut wie nie gesehen.
  3. Ein frischer Nordwind hat die Tagestemperaturen auf ca. 10 Grad gedrückt. Zusammen mit dem starken Wind war die gefühlte Temperatur noch etwas tiefer.
  4. Der Wasserstand war extrem niedrig. Die Regengüsse der vergangenen Tage hatten noch nicht zum Anstieg des Wasserpegels geführt. Der Regen wurde von dem trockene Boden einfach inhaliert.

 

Warten auf das bessere Wetter (Tag 2 und 3)

In den ersten beiden Tagen ist nicht viel passiert. Das Wetter war wie gesagt ziemlich ekelig mit Nordwind und Regen. Aus der Wettervorhersage wussten wir das eine kleine Verbesserung am Montag zu erhoffen war. Somit verbrachten wir die ersten beiden Tage im klassischem Home-Office. Viel Zeit im Zelt bzw. unter dem Tarp.

Packrafting warten 21

Vielen Stunden im Zelt und unter dem Tarp

Wir kochten mit dem Trangia unsere Mahlzeiten bzw. feuerten unseren Hobo an welchen wir uns neu gekauft hatten. Dazu sammelten wir mühsam ein paar Hozsücke zusammen welche wir in alten Feuerstellen gefunden hatten. Dieses zersägten und spalteten wir um Hobo-gerechte- Holzstücke zu bekommen. In den regenfreien Momenten machten wir kleine Wanderungen mit der Angel in der Hand. Gefangen wurde aber nichts. So schön das Fjell oder die Tundra bei schönem Wetter sein mögen. Wenn der kühle Wind pfeift und der Regen herunter prasselt gibt es einfach nichts zu entdecken. Gebiete mit Wald sind da etwas interessanter, vor allem auch wegen dem Holz. Ein wärmendes Feuer in welchem man hineinstarren konnte wurde schmerzlich vermisst.

 

Körperlich schwer gefordert gewesen an einem Outdoor Tag (Tag 4)

Wir standen an diesem Tag sehr früh auf, frühstückten, packten alle unsere Sachen zusammen und verstauten alles in bzw. auf den Packrafts. Wir paddelten den See Vutnoejarvi in südlicher Richtung bis zum Ausfluss und hatten dann erst einmal eine knapp ein Kilometer Umtragung zu bewältigen. Die Verbindung vom See Vutnoejarvi bis zum Rostueatnu war ein hartes Stück Arbeit. Teileweise konnten wir die Abschnitte paddeln. Sehr oft mussten wir die Packrafts aber über die seichten Stellen ziehen bzw. zwischen den Steinen im Flussbett durchschieben.

Glücklicherweise hatten wir uns vor dem Urlaub noch ein neues Set Trockenhosen zugelegt. Damit war es uns überhaupt möglich bei diesen sehr kalten Bedingungen einen ganzen Tag unterwegs zu sein und dabei immer wieder teilweise bis zum Oberschenkel / Hüfte im Wasser zu stehen. Nach ca. 3 Stunden hatte wir uns dann bis zum Rostueatnu durchgeschlagen und die Wassermenge im Fluss nahm etwas zu. 

Der Fluß Rostueatnu ist im Grunde ein mega geiles Abenteuer. Relativ klein mit knapp 40 Stromschnellen auf 38 Kilometer in absoluter Wildnis. Die Wildwasserkategorien beinhalten alle Schwierigkeitsgrade von WW I bis WW VI. Je nach persönlichen Fähigkeiten und aktuellem Wasserstand kann man diese entweder mit dem Packraft oder Kanu befahren. Wer das nicht kann oder möchte muss sein Geraffel eben am Uferrand umtragen. Die Angelmöglichkeiten am Rostueatnu sind sensationell gut. Die Hauptfische sind Äsche und Forellen. Viele Leute lassen sich auch einfach zum Angeln an diesen Fluss bringen. Sie stellen dann dort ihr Zelt auf oder beziehen ein Lager und erkunden dann mit Angel in der Hand die Flussufer. Wer eine Angel dabei hat der wird in diesem Gebiet sicherlich nicht an Hunger sterben.

Packrafting Rostueatnu erster Paddeltag 7

Das typische Landschaftsbild der ersten Tage

Auf dem Rostueatnu konnten wir verschiedene Abschnitte paddeln waren aber ständig damit beschäftigt die beste Fahrlinie zu finden. An unzähligen Stellen mussten wir dann immer wieder aus den Packrafts raus und treideln, ziehen, zerren oder am Uferrand die Ausrüstung schultern und die unbefahrbaren Abschnitte am Ufer umwandern. Mit Packrafts kann man solche Aktionen auch super machen. Raus aus dem Packraft. Packraft inklusive Packsäcke schultern und bis zu der Stelle laufen wo man wieder paddeln kann. Und das heiße meistens NUR EINMAL LAUFEN. Mit einem Kanu sehen solche Aktion oft anders auf. Als wir 2012 am Poroeno in Finnland mit dem Kanu unterwegs waren mussten wir im Schnitt dreimal laufen und das macht sich auch entsprechend bemerkbar. (Weiter Infos hier: Kanutour Lappland Finnland - Lätäseno - Poroeno - Valtijoki).

Wir hatten Ausrüstung und Proviant untereinander aufgeteilt, so das jeder von uns zum Start ca. 25 Kilogramm hatte… inklusive Packraft, Paddel usw. Das bedeutet solch ein Gewicht kann man dann auch mal ein paar hundert Meter durch unwegsames Gelände tragen. Mit Pausen auch etwas länger Stücke. Das ist nicht so bequem wie ein gut gepackter professioneller Trekking Rucksack. Die Packrafts bleiben beim Umtragen aufgebaut, und der Wind zerrt an diesen Dingern. Ebenfalls ist das natürlich etwas sperrig mit den aufgebauten Packrafs auf dem Rücken. Aber im Vergleich zu unseren Touren mit dem Canadier war das eine wahnsinnige Erleichterung mit dem wenigen Gewicht. Da sind Packrafts einfach perfekt. Unsere Einschätzung nach wäre der Trip 2018 bei diesem Wasserstand nicht mit einem Canadier möglich gewesen bzw. man hätte ewig gebraucht. An unzähligen Stellen sind wir mit den Packrafts noch gerade so darüber gerutscht. Mit einem Canadier welcher wesentlich mehr Tiefgang hat wären wir dort überall hängen geblieben. Grundsätzlich ist eine klassische Kanutour Rostueatnu zumindest findet man da ein paar Berichte im Internet, die meisten wurden dann aber mit einem aufblasbaren Kanu unternommen (siehe: Festrumpfboot, Faltboot oder Luftboot. Kaufberatung – Welches ist das beste Kanu?)

Zurück zum ersten Paddeltag. Es war grauenhaftes Wetter. Es hat immer wieder geregnet. Temperaturen waren bei ca. 10 Grad und dann kam noch ein strammer Nordwind dazu. Ständig mussten wir aus den Packrafts raus um durchs Wasser zu waten oder am Ufer die gefährlichsten Stromschnellen zu umtragen. Nach ca. 8 Stunden paddeln war ich (Holger) total kaputt. Ich war etwas durchgefroren und hatte immer wieder kurze Krämpfe in Oberschenkeln.

Daher suchten wir uns um ca. 18.00 Uhr einen Lagerplatz, bauten Zelt und Tarp auf und haben erst mal eine heiße Suppe gegessen. Raus aus den nassen Sachen und erst mal ins Zelt bzw. die Daunenschlafsäcke um uns etwas aufzuwärmen. Nahe an unserem Lagerplatz war ein absoluter Angel Hotspot. Dort hat man dem Platz angesehen: Ein Wurf, ein Fisch an der Angel. Aber selbst diese Traum Angel Bedingungen haben es nicht geschafft das ich mich aufzuraffe. Ich war absolut im Arsch. Die Möglichkeiten ein wärmendes Feuer zu entfachen um z.B. auch ein paar Klamotten zu trocknen gab es nicht. Trocknen durch Körperwärme war angesagt. Mehr dazu auch im Video Reisebericht bei Spielzeit 5:57 min.

 

Nichts ist so schön wie feuchte Klamotten am Morgen (Tag 5)

Der nächste Paddeltag war genauso anstrengend wie der am Tag davor. Die Erzählungen würden sich wiederholen. Was man aber erwähnen sollte:

  1. Ja, Merino Wolle wärmt auch wenn sie feucht ist. Es ist ziemlich ungeil morgens um 9.00 Uhr in eine halb feuchte nasse lange Unterhose zu steigen. Aber zusammen mit der Trockenhose war der Schutz doch ausreichend genug um den Tag zu überstehen. Man wurde zwar etwas klamm wenn man sich nicht bewegt hat oder voll dem Wind ausgesetzt war, aber wir waren ja ständig in Bewegung.
  2. Eine volle Thermokanne mit Tee und Zucker hatten wir während der Paddeltage immer griffbereit. Dieser Tee hat uns (zusammen mit den Nüssen) immer wieder einen Energieschub verliehen welcher sehr hilfreich war.

Am Abend hatten wir einen geeigneten Lagerplatz gefunden welcher vor allem eines geboten hat. Genug geeignetes Holz um ein Lagerfeuer zu machen. Mittlerweile sind wir soweit Richtung Süden gepaddelt das wir die Baumgrenze überschritten hatten, und daher gab es dort Birken und somit auch das erforderliche Feuer Material. Die ersten Stunden am Lagerfeuer waren absolut herrlich. Endlich konnten wir uns selbst richtig aufwärmen und auch unsere feuchten Klamotten trocknen.

Später ging es dann noch runter an den Rostueatnu und die ersten Forellen und Äschen wurden gefangen. 5. Tage bis der erste Fisch auf dem Lagerfeuer war, so lange hat das noch bei keinem Trip von uns gedauert.

 

So ein Tag, so wunderschön wie heute. So ein Tag der ....  (Tag 6)

Der Mittwoch wurde ein klassischer Office Day. Erholung pur mit Lagerfeuer, kochen und Angeln.

Beim Angeln war es teilweise mega spannend. Da man vom Ufer aus sehr oft beobachten konnte wie die Äschen die Spinnköder verfolgten. Interessanterweise haben die Fische kein einziges Mal an diesem Tag einen Köder geschnappt welcher auf Zug war. Hat man allerdings kurz aufgehört zu kurbeln und der Köder sackte nach unten ab, kam auch der Biss. Wie gesagt, angeln am Rostueatnu macht eine Menge Spaß und der Fluss ich nicht umsonst berühmt für seinen sensationellen Äschen und Forellen Bestand.

 

Die letzten Stromschnellen und Kilometer machen  (Tag 7)

Der Donnerstag war unser siebter Tag draußen und wieder ein ganztägiger Paddeltag. Wir wussten das wir es bis zum Abholpunkt schaffen mussten. Denn am nächsten Tag wurden wir abgeholt. Wir mussten zuerst noch einige Stromschnellen und Portagen meistern. Innerhalb der zweiten Tagesetappe war der Rostueatnu dann zu Ende und mündete in den Lainioälven. Damit waren auch keine paddeltechnischen Schwierigkeiten mehr zu meistern. Von dort hieß es dann Strecke machen.

Am späten Nachmittag erreichten wir dann die vereinbarten Koordinaten an welchen uns der Hubschrauber abholen sollte am nächsten Tag. Wir fanden ein super schönes Plätzchen auf einer kleinen Anhöhe neben dem Fluss wo wir unser Lager aufbauten.

 

Wieso tue ich mir den Outdoor Scheiß jedes Jahr an?

Wir waren auf unserer Packrafting Tour natürlich nicht mit einer Überlebens- Situation konfrontiert. Trotzdem kann man sich in Erinnerung rufen was die Regel Nummer 1 ist wenn man in eine solche gerät: Einen geeigneten Schutz suchen! Einen Schutz zu haben welcher einen vor Regen und Kälte schützt, kommt noch vor der Wasser und Nahrungsbeschaffung. Der fehlende Schutz wird schneller lebensbedrohlich als nichts zu essen oder zu trinken. Wie richtig diese Grundregel ist merkt man schnell wenn man mal ein paar Tage in einer Umgebung unterwegs ist welche mit Regen und niedrigen Temperaturen dem Körper etwas zusetzt.

Was auf der Tour 2018 wirklich etwas ärgerlich war: Bei so miesem und vor allem kaltem Wetter vergeht mir auch die Lust auf das Angeln. Ich würde ich ja gerne großspurig behaupten dass ich ein knallharter Brocken bin und mir die Kälte nichts ausmacht. Aber das trifft nicht 100% zu. Natürlich wird es die nächsten Jahre auch weiterhin in den Norden und in die Natur gehen. Der Kopf wird auf solchen Touren immer richtig durchgespült, vor allem wenn die Touren einem sehr viel abverlangen… und die Packrafting Tour auf dem Rostueatnu hat dies gemacht. Das Wetter lässt sich einfach nicht planen und das ist einfach ein spannender Faktor, jedes Jahr aufs Neue. Allerdings bin ich mir bei der nächsten Tour ziemlich sicher: Auf den Satelliten Bilder von dort werden von Anfang bis zum Ende Bäume zu sehen sein.

 

Das übliche Abreise Gedöns (Tag 8)

Am nächsten Tag holte uns der Hubschrauber pünktlich ab. Da hatten wir noch etwas Glück da der Pilot gemeint hat das am Tag zuvor kein Flug möglich war aufgrund der schlechten Sicht. Es gab Sauna, kühles Bier und einen fetten Burger im Pub.

  Packraft Burger

Vorfreude auf den Packrafting- "Den hab ich mir verdient"- Burger

 

Was es noch zu sagen gibt

  • Die MRS Alligator 2 S Packrafts (siehe auch: Packraft Test Praxis - Alligator 2S von MRS) wurden auf übelste strapaziert bei dieser Tour. Wir hatten aber trotz unzähliger Kampfkontakte im und neben den Fluß kein einziges Loch zu beklagen. Die Boote waren top zuverlässig und machen weiterhin eine Menge Spaß. Daher schieben wir die vielen Löcher im Packraft auf unserer Tour 2017 (Packrafting und Angeln in Schweden auf dem Piteälven) auf die dort scharfkantigen Steine
  • Die neuen Trockenhosen (Palm Atom Bib) waren pures Gold wert. Wir empfehlen bei Trockenhosen in jedem Fall ein Modell mit Schulterträger (Latzhose).
  • Kosten. 19550 SEK haben die beiden Flüge mit dem Helikopter gekostet. Im Preis waren noch die Transportfahrten inklusive (Abholung Flughafen, Fahrt zum Supermarkt, Fahrt zum Flughafen in Kiruna). Der Hubschrauber startet nicht am Flughafen in Kiruna falls dies jemand denken sollte.
  • Die mitgeführte Digital Kamera ist mittlerweile 15 Jahre alt, und wird nun endlich in die Mülltonne getreten, bzw. darf in Zukunft von den Kindern verwendet werden. Auch wenn die Einstellung zu Bildern auf Outdoor Touren derzeit nicht gefestigt ist (siehe nachfolgenden Exkurs), so sollten die Bilder wenigstens eine gewisse Qualität haben. Das ist mit dem aktuellem Digital Kamera Modell nicht mehr gegeben, da muss jetzt was neues her.
  • Mücken? Es gibt YouTube Videos aus unserem Reisegebiet welche eindrücklich belegen mit welchen massiven Mückenaufkommen man dort oben teilweise rechnen muss. Aber bei uns? So gut wie keinen Ärger. Wie schon im Artikel "Mücken - Moskitos - Stechmücken" beschrieben, bei tiefen Temperaturen und Wind kommen die Biester einfach nicht aus ihren Löchern und belästigen einen somit auch nicht.

Fragen zu dieser Packrafting Tour?

Falls noch jemand Fragen zu dieser Packrafting / Kanutour hat so kann man diese im Canadierforum oder bei Outdoorseiten.net stellen. Hier auf CanoeGuide.net gibt es ja keine Kommentarfunktion. Der Reisebericht im im Canadierforum hier veröffentlicht. Bei ODS findet ihr den Reisebericht hier erwähnt.

 

Exkurs: Mein Verhältnis zu Bilder und Videos ist derzeit etwas gestört / schizophren

Von schönen Momenten / Reisen / Erlebnissen Bilder und Videos anzufertigen ist ein zweischneidiges Schwert. Dies hat sich in den letzten Jahren immer deutlicher gezeigt und hat sich beim Schreiben des Reiseberichts auch mal wieder gezeigt. Die unterschiedlichen Gedanken Richtungen welche man dabei haben kann sind in den folgenden Abschnitten grob skizziert.

 

1. Eine Fotokamera oder Videokamera versaut dir den Urlaub

Es ist nie passiert, wenn du es nicht fotografiert hast“ dies scheint die grundsätzliche Einstellung der Leute zu sein, nach welcher sie leben. Wenn irgendwo was Geiles passiert dann gilt dabei als oberste Direktive: (Handy-) Kamera und erst mal drauf halten. Egal ob dies der Krampus Umzug auf dem Marienplatz ist oder ein Rettungseinsatz, eine Vielzahl der Leute stehen da und filmen das ganze erst mal. Im Falle des Rettungseinsatzes sind das minderbemittelte Arschlöcher der YouTube Generation welche wohl auf Weltruhm hoffen aber ihr Mitgefühl an den Teufel verkauft haben. Bei Veranstaltungen mit Kinder oder auf dem Spielplatz stelle ich mir hin und wieder die Frage: „Erkennen die Kinder eigentlich ihre Eltern noch auch wenn sie mal kein Handy vor der Fresse haben?“ oder „Sind das alle Millionäre und müssen keine 8 Stunden am Tag arbeiten? Ansonsten ist es doch unmöglich Quality time mit Frau und Kindern zu verbringen, gute Erziehungs-(zeit)arbeit zu leisten, und dann noch all die verschissenen Bilder nochmal anzuschauen auf welchem das Kind so spektakulär auf einer Wippe sitzt“.

 

Der Selfie Stick ist für mich zum Zeichen eine Generation geworden deren Werte ich nicht mehr nachvollziehen kann, da sie mehr Aufmerksamkeit darauf verwendet einen Moment irgendwie digital festzuhalten anstatt genau diesen zu erleben. Die Fähigkeit die empfundenen Gefühle eines Momentes wie Freude, Verblüffung oder Wut später einer anderen Person durch Sprache zu übermitteln bleibt dabei auf der Strecke bzw. geht verloren. Denn es heißt nur noch „Das war voll krass, schau dir mal das an“… und schon wird dem Gegenüber das Handy Display ins Gesicht gedrückt.

 

Ein Blog oder eine Webseite (zum Beispiel mit Information zu Kanutoure, Outdoor und Angeln) hat in den meisten Fällen mit guten Absichten und Leidenschaften begonnen. Die Freude über viele Seitenbesucher freut einen. Noch mehr die spontan verfassen E-Mails von unbekannten Menschen welche einfach nett danke sagen. Aber fast unweigerlich baut sich damit auch der Druck auf beim nächsten Mal noch tollere Bilder und Videos von der nächsten Packrafting / Kanutour mitzubringen. Vor der Tour macht man sich zu viel Gedanken über SD Karten, Akkus, GoPro Halterungen. Während der Tour kommt dann eine spannende Stromschnelle und der erste Gedanke ist das man jetzt die Videokamera einschalten muss, da man ja sonst gar nichts darüber sagen kann… und diese Entwicklung ist sicherlich nicht das was ich mir vorgestellt habe.

 

Nicht nur im Urlaub gibt es viele interessante Momente im Leben. Manche sind für einen persönlich, hat man einen wichtige Menschen dabei teilt man diese Momente. Das ist toll. Wer bei seinen Erlebnissen ständig daran denk das dies nun auch digital festgehalten werden kann, der macht nach meiner Meinung etwas falsch.

 

Auf der Packrafting Tour 2018 wurde so wenig fotografiert wie noch nie. Einer der Gründe war das die Kamera nur dann gezückt wurde, wenn ich absolut Lust dazu hatte und man auch in der Stimmung war. Das kommt eigentlich nicht all zu oft vor. Weshalb sollte ich die Videokamera am Wegrand aufstellen um zu Filmen wie wir die Packrafts an unbefahrbaren Stromschnellen vorbei tragen… und das ganze auch noch bei absolut beschissenem Wetter? Halte ich mich selber wirklich für so interessant das dies wahnsinnig viele Leute interessieren könnten? Eigentlich nicht. Vor allem diese Art von Urlaub ist das gemeinsame Erlebnis von mir und meinem(n) Reisekameraden. Wir waren dabei und wir haben dies auch alles im Kopf drin und können es unseren Freunden und Kindern erzählen. Und wenn sie sich das, trotz unserer außergewöhnlichen sprachlichen Fähigkeiten, nicht ohne Bilder und Video Material vorstellen können …. Nun dann müssen sie das nächste Mal einfach mitkommen oder ihre eigene Tour machen.

 

 

2. Mit Bilder und Videos kann ich in den Urlaub immer wieder erleben

Shit. Auf der Packrafting Tour 2018 wurde so wenig Bilder und Videos gemacht wie noch nie davor in einem Urlaub. Einfach keine Lust dazu gehabt ständig die Kamera rauszuziehen oder mir die GoPro auf den Kopf zu schnallen. Sehr ärgerlich. Denn durch die Bilder erlebe ich den vergangen Urlaub nochmal viel intensiver als wenn ich nur in meinen Erinnerungen danach suchen muss. Kann ja auch nichts dafür, hab schließlich kein fotografisches Gedächtnis, und mein Erinnerungsvermögen und Gehirnleistung ist begrenzt, sonst hätte ich ja auch mehr geschafft wie ein popliges FH Diplom.

 

Die Bilder und Videos mit anderen Personen zu teilen macht mir auch Spaß. Ich hab ja eine Website auf welcher ich das mache. Die Webseite ist jetzt nicht weltberühmt aber stolz bin ich trotzdem drauf. Mein YouTube Kanal spielt nicht in Sphären von Survival Lilly oder Kai Sackman. Aber:

  1. Schreibe ich die Reiseberichte oder schneide Urlaubsvideos in erster Linie für mich und meine Freunde so dass ich neben meinen geistigen Erinnerungen auch noch visuelle Unterstützung habe. Und es macht mir Spaß diese Bilder und Videos immer wieder anzuschauen.
  2. Ich setzte mich Abends meistens lieber vor den PC und schreibe was zu Taschenmesser oder Angelköder anstatt stumpf vor dem Fernseher zu sitzen. Es ist einfach eine Art Hobby an dem ich eine gewisse Freude habe. Berichte ohne Bilder sind allerdings total langweilig, so etwas schaue ich mir selber auch nicht an bzw. lese sie nicht durch.

 

Daher habe ich überhaupt kein Problem damit im Urlaub immer wieder Bilder und Videos für mich und die CanoeGuide.net Webseite zu machen. Zudem macht es ja auch Spaß sich in neue Ding einzuarbeiten, zum Beispiel in ein neues Video- Schneide- Programm. Das tolle dran ist ja das ich von der Webseite oder meinem YouTube Kanal nicht leben muss. Durch die Werbung auf der Webseite kann ich mein Outdoor- Hobby finanzieren ohne das ich da noch groß zusätzliches Geld ausgeben muss. Das gefällt mir, auch wenn das nicht ganz so wirtschaftlich ist. Denn der echte Stundenlohn (Zeitlicher Aufwand / was nach Steuern übrig bleibt) … dafür würde man selbst in China wegen Ausbeutung in einem Straflager landen.

 

Ich begeistere mich für gewisse Themen. Das sind unter anderem Kanutouren, Packrafting, Angeln oder alles Mögliche was so unter den Begriff Outdoor fällt. Die Begeisterung teile ich in gewissem Maße auf der CanoeGuide.net Webseite. Es gibt aber sehr viele wichtigere Dinge, und daher bleibt die Kamera auch sehr oft aus wenn ich unterwegs bin. Vom Rest gibt es dann schöne Bilder und Videos zur Unterstützung der geistigen Erinnerung.

 

 

 

 

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