Sicherheit

Kanutouren sind ein schönes und ziemliches sicheres Natur Erlebnis. Man sollte aber auch nicht zu unbedarft mit möglichen Gefahren umgehen. Je nach Touren Typ, Wetter und Jahreszeit sind die Gefahren unterschiedlich. Daher an dieser Stelle einen kleinen Überblick:

Auf einer Kanutour sollte man versuchen folgende Dinge vermeiden:.

  1. Ertrinken
  2. Sich vom Blitz treffen zu lassen
  3. An Unterkühlung sterben

Ertrinken

Logisch, man ist ja ständig auf oder am Wasser daher ist die Sache mit dem Ertrinken erst einmal die primäre Gefahr.

Ganz offensichtlich ist diese Gefahr beim Befahren von Stromschnellen. Da gibt es nicht viel dazu zu sagen. Wenn man Stromschnellen befährt sollte man Schwimm- Westen, und im Idealfall auch einen Kopfschutz tragen.Man übersieht einen Stein, das Kanu dreht sich, der Wasserdruck ist enorm, man wird aus dem Kanu geworfen und knallt mit dem Kopf auf einen Stein. Die Wahrscheinlichkeit das nach solch einem Vorfall der Urlaub, oder das Leben nicht vorbei sind, erhöht sich enorm wenn man Schwimmweste (und Kopfschutz) trägt.

Zudem sollte man sich  im Vorhinein etwas Gedanken darüber machen wie man sich im Falle eines Kentern verhält, und spricht sich mit seinem(n) Paddel Partner(n) ab. Mehr dazu im Artikel Wildwasser / Stromschnellen befahren.

Oft liest man: „Auf einer Kanutour muss jederzeit eine Schwimmweste getragen werden“. Sicherheits- mäßig ist da überhaupt nichts dagegen einzuwenden... nur nicht unbedingt realistisch. Wenn zwei gesunde, erwachsene Personen 10 Meter vom Ufer entfernt auf einem See paddeln, kann man die Dinger auch eher mal als Sitzkissen verwenden. Allerdings sieht die Geschichte anders aus wenn man einen großen See queren, bzw. etwas weiter weg vom Ufer paddeln möchte. Dann sollte man die Schwimmweste auch anziehen.

Gerade wenn man die ersten Male mit dem Kanadier unterwegs ist sind die Auswirkungen von Wind auf einem See erst einmal nicht ersichtlich. Blöd, wenn man die neuen Erkenntnisse mitten auf dem See gewinnt. Wind kann auf einem See richtige Wellen erzeugen, welche einen auch in Bedrängnis bringen können. Kentert man jetzt mitten auf dem See und ist ein paar hundert Meter weg vom Ufer kann es sein das man es nicht mehr bis an Land schafft. Das ist so, auch wenn hier gerade jeder Leser vor seinem Computer sitzt und sich denke: „Ich schaffe das auf jeden Fall“. Nur soviel dazu: Selbst auf dem Bodensee ertrinken Kajak / Kanu Fahrer, und dort hat es überall Menschen welche eine vorhanden Wasserschutz Polizei sofort alarmieren können. Bei einem tödlichen Unfall auf dem Bodensee im Juni, 2011 hat die Kajak Fahrerin ebenfalls kein Schwimmweste getragen.

Wie gesagt, das tolle am Wildwasser ist, das es einem nicht schwer fällt, zu begreifen das es gefährlich werden kann. Bei einer Staumauer oder einem Wehr sieht man diese Gefahr nicht, und dies macht sie gefährlich.
In jedem Fall sollte man eventuelle Schilder beachten welche aufgestellt sind wenn man sich beispielsweise einem Wehr nähert. Rote Absperr- Bänder, sind in den seltensten Fällen Überbleibsel vom letzten Mittsommer Fest. Und zum Schluss soll man sich auch nicht darauf verlassen das alles hundert prozentig abgesichert ist.
Diese Anlangen haben eines gemeinsam: Irgendwo ist ein Abfluss. Und diese sind nicht immer sofort zu erkennen. Im Gegenteil, meist sieht man eine schöne glatte Wasseroberfläche, nichts deutet auf gefährliche Strömungen hin. Aber diese gibt es immer, und wenn man in den Sog von solch einem Abfluss mal geraten ist hat man ein ernst zu nehmendes Problem.

Keine Kanutour ohne Schwimmwesten

Daher sollte nahe am Ufer gepaddeln werden, wenn man sich solchen Anlagen nähert. Die Umgebung nach der vorgesehen, oder besten Ausstiegs Möglichkeit absuchen, und nicht unnötig an der Staumauer rumpaddeln. Manche Stauwerke öffnen uns schließen ihre Zu und Abflüsse automatisch.  Da schaut keiner vorher noch ob so ein Dubbel Touri gerade  seine Nase im Ansaugrohr stecken hat.

Allerdings kann man, zumindest für Schweden, behaupten das in diesem Land sehr viel Canadier und Kajak Fahrer unterwegs sind. Die wirklich gefährlichen Bereiche sind also meistens doch recht gut gekennzeichnet bzw. abgesichert.

Wenn es heißt „ ..der Sog hat ihn nach unten gezogen“ oder „...in einen Strudel geraten und ertrunken“, so sind dies allgemeine Formulierungen. Solche gefährlichen Strömungen entstehen aufgrund von physikalischen Gesetzen innerhalb der Strömungslehre. Da gibt es Zusammenhänge zwischen der Wassermenge, Fallhöhe, Bodenbeschaffenheit und noch vieles mehr. Wenn ein paar Faktoren zusammen kommen, können Rückströmungen entstehen wo man absolut keine Chance hat. Wenn sich jemand genau dafür interessiert, kann man sich  im Internet mal umschauen oder man kauft sich ein Buch zu diesem Thema.

Dem Hobby Kanu Fahrer sollte allerdings eines klar sein: Man sieht es diesen Stellen oft nicht wirklich an wie gefährlich sie sind.

Hier mal ein Link auf ein einzelnes Bild. Schaut euch dieses mal an bevor ihr weiter lest:

Link extern: Dieses Bild anschauen, dann weiterlesen!

 

Und? Dies ist der Dock Street Dam am Susquehanna River in Pennsylvania. Könnte doch spaßig sein sich diese kleine Wasser Kante an dem Wehr herunter zu paddeln. Sieht machbar aus. Ach eigentlich könnte man dort auch noch baden. Nun, genau an dieser Stelle sind schon elf Kajak bzw. Canadier Fahrer ums Leben gekommen.


Die Sache mit dem Blitz

Vermutlich ist dies jedem klar. Bei einem Gewitter hat man auf dem Wasser, insbesondere mitten auf einem See nichts zu suchen. Das Wetter sollte man während einer Kanu Tour sowieso ständig beobachtet. Eine See Überquerung ist ganz einfach zu unterlassen wenn es nach Gewitter aussieht.

 

Das übelste am Gewitter ist übrigens folgendes. Man darf diese auferlegte Pause nicht einmal dazu verwenden um Angeln zu gehen. Die Angeln sind oft aus Kohlenstoff Verbindungen hergestellt. Diese leiten hervorragend, und ziehen aufgrund ihrer Länge auch Blitze an. Ist sicher eine nette Vorstellung, diese Erde während dem Angeln zu verlassen. Möchte man dies aber noch herauszögern, Finger weg von der Angelrute während eines Gewitters.


Gefahr durch Unterkühlung

Eine Schwimmweste hilft gegen das Ertrinken, sowohl auf dem See, wie auch in Stromschnellen. Sie schützt nicht gegen Unterkühlung. Entscheidend ist hier natürlich die Wassertemperatur.

Wenn man am Anfang von einer Stromschnelle aus dem Kanu fliegt, darf man sich durch die gesamte Schnelle tragen lassen. Je nach Umgebung, kann es dann passieren das man erst nach einigen Minuten wieder am Ufer steht.

 

Oder 500 Meter weg vom Ufer auf einem See? 6 Grad Wassertemperatur, an einem schönen sonnigen Frühjahrs- Tag. Jetzt kentert man. Erst wird noch 5 Minuten probiert in den Canadier zurück zu kommen, bevor man dieses Unterfangen aufgibt. Und dann schwimmt man los. Eines ist sicher, da erreicht nicht jeder mehr das Ufer.

 


Es gibt ein super  Dokument zu diesem Thema. Dieses  ist wesentlich ausführlicher, fundierter, professioneller als die paar Angaben welche ihr hier finden.

Externer Link: Ausführliches Dokument - Gefahren durch Unterkühlung auf kanu.de

Bild: Nicht nur der Nobelpreis Träger kann bei Frost auf kalte Wassertemperaturen schließen.

An dieser Stelle möchten wir noch einen sehr detaillierten Bericht zu einem tödlichen Kanu Unfall empfehlen. Hier war Unterkühlung die Todesursache. Und die beteiligten Personen waren alles andere als Anfänger. Wer danach immer noch denkt: "Das passiert nur den andern, mir aber nicht"... nun, haben wir den Darwin Award schon erwähnt?

Bericht im KANU MAGAZIN: Tödliche Kenterung – Chronik einer Tragödie

Wer sich mit dem Thema „Selbstrettung im Canadier auf stehendem Gewässern“ auseinandersetzten möchte, dem sei folgendes Dokument von Frank Moerke empfohlen: Externer Link: Selbstrettung im Canadier

 

Folgerung: Insbesondere beim Seepaddeln bzw. beim Befahren von großen, breiten Flüssen, sollte man immer schön in Ufernähe bleiben wenn dies möglich ist!

 

Sicherheit durch Organisation und Gruppengröße

Es gibt ein paar Kanutouren bei welchen ausdrücklich empfohlen wird sich mit mindestens zwei Canadiern bzw. Kakjak auf den Weg zu machen. Egal ob man jetzt von einer Kenterung mitten im See, oder von Schwierigkeiten beim Befahren vom Stromschnellen spricht. Ein zweites Boot kann hier unter Umständen gute Hilfe leisten und die Sicherheit erhöhen.

Auch wenn man beispielsweise sein fahrerisches Können mal austesten möchte ist es hilfreich wenn man mit mehreren Booten unterwegs ist. Irgendwann hat jeder mal damit angefangen auf einem See blöde im Kreis zu paddeln. Nach und nach läuft das besser, und es werden die verschieden Wildwasserkategorien angegangen. Der Grad zwischen Mut und Unvernunft ist schmal und nicht immer sofort erkennbar. Wenn man eine größer Gruppe ist, kann man an einer Wildwasser Passage zum Beispiel Leute mit Wurfsäcken am Ufer positionieren und damit sich etwas Sicherheit verschaffen.

Und dann gibt es noch die wirklich abgelegen Touren. Hier ist die seriöse und richtige Planung von Bedeutung. Wenn man in einem Gebiet unterwegs ist wo man beispielsweise tagelang keinen Handy Empfang hat oder menschliche Behausungen gibt, sollte man nicht einfach so los paddeln.Zusätzliche Essensrationen für nicht geplante Verzögerungen, die Erwägung von der Mitnahme eine Satelliten Telefons und gute grundsätzliche Kenntnisse bei Erster Hilfe sollten dann ebenfalls Punkte in der Planungsphase sein.

 

James Bond, Jack Bauer und die Kanu Fahrer

Also, es ist total bescheuert hier die ganze Zeit so zu tun als ob man auf einer Paddel Tour ständig der Todesgefahr ins Auge sieht. Aber wenn ein paar Umstände eintreten, und man sich pubertierend, Testosteron gesteuert wie der schwarze Ritter aufführt, kann der Urlaub doch schneller vorbei sein als man denkt. Darum geht es in diesem Artikel. Die Ausführungen sind sowieso nicht für die Extremisten gedacht. Personen welche im Winter über den Vännern, Vättern oder zum Norpol paddeln wollen  müssen wohl noch ganz andere Sicherheits- Hinweise beachten. Ebenso die Personen welche total unbekannte Stromschnellen befahren möchten.